Arena Wagram Konzeption und Umsetzung

 



Die neue Arena Wagram – Konzeption und Umsetzung

Es war eine Meisterleistung: In nur wenigen Monaten ward die „Arena Wagram“ aus dem Boden gestampft. Noch im April dieses Jahres war hier nur eine grüne Wiese. „In allerkürzester Zeit ist hier eine großartige Infrastruktur entstanden“, lobt Anton Rohrmoser, der Geschäftsführer der Winnetou-Spiele Wagram, den unglaublich raschen Aufbau der „Arena Wagram“. „Unser technischer Leiter, Manfred Skopik, und alle Beteiligten haben hier Großes geleistet.“
„Die erste Aufgabe war, die komplett fehlende Infrastruktur herzustellen: Strom, Wasser, Abwasser“, erzählt Manfred Skopik, der den Aufbau der Arena Wagram mit Sebastian Steiner konzipierte und leitete. „Das war sehr aufwändig. Zum Beispiel wurden 3.000 Meter Stromkabel verlegt.“ Dann wurde ein 30.000-Liter-Tank fürs Abwasser in die Erde gebracht. Lange Erdwälle aufgeschüttet. Und mit Holzpfählen umzäunt. „Beim Abschälen der Hölzer haben alle Schauspieler und Darsteller mitgeholfen“, hebt Manfred Skopik den großen Teamgeist des Ensembles hervor.
In der Mitte der großen, drei Hektar umfassenden „Arena Wagram“ thront jetzt ein Zelt. „Das Zirkuszelt, das mit 700 Quadratmetern Fläche wirklich groß ist, beherbergt die Gastronomie“, erklärt Skopik. Links im Zelt ist der Gastro-Bereich, wo es schnell gehen muss: Getränke und Speisen für die Gäste in der Aufführungspause. Rechts im Zelt aber ein Wein-Lounge-Bereich, wo Wagramer Winzer Weine und Weinverkostungen anbieten. „Dieser Lounge-Bereich ist zum Entspannen da, er soll Geschwindigkeit rausnehmen“, so Skopik.
„Es ist ein aufregendes, großes Abenteuer, dass wir hier eine ganz neue Karl-May-Bühne auf die Welt bringen“, meint Rainer Vogl, der beliebte Sam Hawkens-Darsteller. „Viele von uns sind erfahrene ‚alte Hasen’ bei den Winnetou-Spielen. Jetzt haben wir eine neue Bühne, die wir ganz nach unseren Vorstellungen fürs Publikum gestalten können.“ Ein Riesenvorteil sei auch die Lage direkt an der Stockerauer Schnellstraße (S5), aus Wien und ganz Niederösterreich schnell erreichbar.
Östlich des Gastronomie-Zelts ragt die neue Zuschauer-Tribüne auf. Es ist eine moderne Doppeltribüne, die 1328 Besucher fasst. „Unsere Gäste nehmen dort auf Schalensitzen Platz, die eine Lehne haben und daher viel bequemer sind als bloße Bänke, insbesondere auch für Senioren“, so Manfred Skopik. Von der Tribüne blickt man auf die neue Bühne. „Auf der großen Wagramer Winnetou-Bühne kann man so vieles machen“, schwärmt Schauspieler Peter Ambroz, der dieses Jahr den Hauptschurken Burton spielt und für die Pferde-Choreographie zuständig ist. „Sie bietet Raum für schönste Reitbilder, für Pferde-Galoppaden und spektakuläre Angriffsritte der Indianer und Banditen, ganz so wie es unser Publikum liebt.“
„Auf der neuen Bühne können wir das Potenzial der Pferde wirklich zeigen und ausspielen“, ergänzt Rainer Vogl. „Es ist für unsere Zuschauer absolut wichtig, die Pferde in voller Aktion erleben zu können.“ Die „Arena Wagram“ macht es möglich, die Auf- und Abrittstellen und die Bühnenlandschaft zu verändern. Und sie bietet reichlich Platz für die Kulissen. „Die Bühne ist diesmal dreigeteilt. Es gibt eine Western-Stadt mit Kirche und Saloon, ein Indianer-Dorf mit Tipis und Marterpfahl und einen Unterschlupf der Banditen.“
Hinter der Bühne liegt der Backstage-Bereich. Zwanzig Container und mehrere Wohnwägen beherbergen die Requisiten, Kostüme, Technik und die Schlaf- und Wohnplätze der Schauspieler. In dem Areal steht auch der neu gebaute Pferdestall, auf den man hier sehr stolz ist. „Der Pferdestall ist einfach, aber sehr funktional und ökologisch gebaut“, erklärt Manfred Skopik. Den Boden bildet Schottergras. 20 Pferde können eingestellt werden. Gleich nebenan ist eine Pferdekoppel für den Auslauf der Tiere.
Die Winnetou-Spiele werden besonders gerne von Familien und Kindern besucht. Daher hat die „Arena Wagram“ einen Kinderspielplatz und einen Streichelzoo. „Die Mini-Ziegen, Zwerg-Rinder, Zwerg-Schafe und Mini-Schweine der Waldviertlerin Birgit Daxböck werden nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene entzücken.“ Nebenan auf dem Kinderspielplatz, der noch ausgebaut wird, liegen auch Winnetou-Requisiten bereit, mit denen die Kinder Indianer spielen können. Und: Von der Wein-Lounge aus können Eltern ihre Kleinen auf dem Spielplatz im Auge behalten.
Und schließlich der wichtige große Parkplatz-Bereich: „Der Parkplatz der Arena Wagram ist sehr groß. 620 Autos passen da drauf“, so Skopik. „Wir haben ein klares, leicht verständliches Verkehrskonzept entwickelt.“ Das Leitsystem besteht aus Baumstämmen und Kalkmarkierungen. Auch das war Manfred Skopik sehr wichtig: Aus ökologischen Gründen auch hier ganz auf Plastik zu verzichten.
„Wir wollen, dass sich unsere Zuschauer hier wohlfühlen und mit Freude und Begeisterung die Winnetou-Spiele Wagram erleben“, wünschen die beiden Veranstalter, Anton Rohrmoser und Manfred Skopik, dem Publikum. Für Anton Rohrmoser sind es bereits die 17. Winnetou-Spiele, die er kaufmännisch, werbestrategisch und organisatorisch leitet. „Mein Anliegen ist die Regionalentwicklung“, sagt er. In den 1980er-Jahren war er ein Pionier der Regionalentwicklung des Waldviertels mit mehreren neuartigen Projekten. Danach leitete er 25 Jahre lang die „Arge Region Kultur“. „Die Winnetou-Spiele“, sagt Rohrmoser, „haben einen großen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Charakter für die Teilnehmer und die Region. Alle wollen hier dabei sein. Alle haben eine unglaubliche Motivation. Das ist mein größtes Geschenk.“ Denn ja: Über 110 Personen sind diesmal unmittelbar aktiv beteiligt, um die Winnetou-Spiele Wagram zu verwirklichen.
Text: Dr. Andreas Wagner